Wer Yorkshire-Terrier nicht kennt, kann sich kaum vorstellen, welche gegensätzlichen Eigenschaften in diesen kleinen
Persönlichkeiten stecken. Da ist auf der einen Seite die unbändige Neugier und Unternehmungslust, auf der anderen
die fast aristokratische Haltung - als wollten sie sich so immer wieder Respekt verschaffen - und, nicht zuletzt ein
ausgesprochen fester Wille.
Zweifellos ist der Yorkshire-Terrier einer der attraktivsten Kleinhunde. Er weist sämtliche Eigenschaften auf,
die einen anpassungsfähigen und doch stolzen Hund auszeichnen.
Zäh, mutig und wachsam. Diese Wesensmerkmale werden sonst nur Gebrauchs- und Jagdhunden, wie zum Beispiel
dem Schäferhund und größeren Terrierrassen zugeschrieben. Daß sie gerade den Yorkshire-Terrier
auszeichnen ist wenig bekannt. Bei Wanderungen stellt der kleine Hund seine Ausdauer immer wieder unter Beweis. Zwanzig
Kilometer am Stück sind für einen trainierten Yorkie kein Problem.
Ein idealer Wohnungs- und Familienhund Ein Yorkie wiegt im Durchschnitt 2 - 3 kg. Solch ein leichter und kleiner
Hund läßt sich auch in einer Stadtwohnung unterbringen. Man kann ihn auch kurze Zeit alleine lassen, wenn er
richtig erzogen wurde. Seine fröhliche Art spricht Erwachsene und Kinder gleichermaßen an.
Sein eigenständiges Wesen macht ihn zum selbstbewußten Familienmitglied, nicht zum Einzelgänger, wie ihm
manchmal nachgesagt wird. Lediglich eine gewisse Art von Vorsicht, vor allem nach negativen Erfahrungen, zeichnet den
Yorkie aus - allerdings ist das auch sein gutes Recht.
Meist sprechen sein niedliches Aussehen und die Schleife im Haar vor allem weibliche Hundeliebhaberinnen an. Wir haben
die Erfahrung gemacht, das Yorkshire-Terrier oft gegen den Willen des Hausherren gekauft wurden, der von einem Hund
"anständiger Größe" schwärmte. Bald jedoch hatte der Yorkie seinen Kritiker überzeugt und gezeigt,
daß er den großen Hunden in nichts nachsteht. Der Hausherr war nun genauso stolz auf das neue Familienmitglied.
Kein Haarwechsel
Im Gegensatz zu anderen Hunderassen findet ein Haarwechsel im Frühjahr und Herbst beim Yorkshire-Terrier nicht statt.
Die wenigen Haare, die er verliert werden bei der täglichen Fellpflege von der Bürste aufgefangen. Teppich und
Sofa bleiben von Hundehaaren verschont.
Die Entstehung der Rasse
Der Ursprung des Yorkshire-Terriers liegt in England, wo 1886 die erste Eintragung der Rasse in das Kennel-Club-Zuchtbuch
erfolgte. Der Kennel-Club ist der Dachverband englischer Rassehundvereine, entspricht also dem deutschen VDH (Verband für
das deutsche Hundewesen). Die Entwicklung der Rasse nahm jedoch schon weit vor diesem offieziellen Eintrag ihren Lauf:
In fast ganz England war es den Leibeigenen lange Zeit verboten zu jagen. Die Gesetze hierzu reichen zurück bis ins
11. Jahrhundert. Um dem Übertreten dieses Verbotes vorzubeugen, durften sie nur sehr kleine Hunde halten, die sich der
landläufigen Meinung nach nicht für die Jagd eigneten. Die Forstmeister der Könige überwachten dies sehr
streng, indem sie die Hunde, die ihnen unterwegs begegneten, einem GrÖßentest unterzogen: Sie mußten durch
einen Reifen von 7 Inch (etwa 18 cm) Durchmesser passen, dann waren sie klein genug und durften behalten werden. In erster
Linie wurden die Hunde der Leibeigenen als Ratten- und Mäusefänger eingesetzt. Nebenbei trugen sie wesentlich zur
Verbesserung der Ernährungslage ihrer armen Besitzer bei, indem sie hin und wieder - trotz Verbot - ein Kaninchen oder
Kleinwild erbeuteten. So kam es, daß im Laufe der Zeit kleine, robuste Terrier gezüchtet wurden, die den Gesetzen
nicht widersprachen und für ihre Besitzer dennoch als Jagdhunde einzusetzen waren.
Die Richtlinien des Standards
Allgemeine Erscheinung:
Ein lebhafter, intelligenter Zwergterrier, mutig und mit ausgeglichenem Wesen. Langes gerades Haar, eine Scheitel reicht
von der Nase bis zum Rutenende. Die Körperhaltung ist aufrecht und soll Wichtigkeit vermitteln. Die Körperkonturen
sollten den Eindruck eines kräftigen gut proportionierten Körpers erwecken.
Gewicht:
Bis zu 3.1 kg. Ideal ist ein Gewicht von 1800 - 2800 g. Ein Yorkshire der zur Zucht verwendet wird, sollte aber nicht
unter 2000g wiegen.
Größe:
Die Größe wird im Standard nicht genannt, jedoch entspricht eine Schulterhöhe von 20-24 cm dem Idealgewicht.
Kopf:
Ziemlich flach und klein und nicht zu rund. Die Stirn (=Stop) darf nicht zu stark ausgeprägt sein. Der Kopf darf
nicht apfelförmig wirken. Die Augen sollen mittelgroß, dunkel und von einem wachsamen intelligenten Ausdruck
sein. Sie dürfen nicht hervorstehen. Die Zahnreihe zeigt sich geschlossen als Scherengebiß, ein Zangengebiß
wir jedoch tolleriert. Die Ohren sind V-förmig und relativ klein, sollten in der Größe also zum Hund passen.
Kipp- und Hängeohren sind nicht erlaubt.
Körperbau:
kompakt; kurze, jedoch nicht quadratische Form. Eine gerade Rückenlinie ist wichtig sowie eine gute Winkelung der
Hinterhand, die für Schubkraft in der Bewegung sorgt.
Die Rute:
wurde bis Mitte 1998 kupiert, ist reichlich behaart und wird etws höher als in Rückenlage getragen
Das Haarkleid:
Das Haarkleid der Yorkshire-Terriers ist das wichtigste Rassemerkmal. Am Körper sollte es mittellang sein. Ist der Hund
älter, wird bei Zuchtschauen Bodenlänge gewünscht. Es sollte wie Seide strukturiert sein: schwer, glatt und
glänzend, also nie wellig. Neben der Strukture des Haares ist die Farbabgrenzug sehr wichtig: Vom Hinterkopf bis zum
Rutenende soll das Haar stahlblau sein. Das korrekte Stahlblau glänzt in der Sonne bläulich und darf nicht mit
bräunlichem oder schwarzem Haar vermischt sein. Das Haar am Kopf leuchtet in sattem Tan (goldgelb), nie rotgold. Das
tanfarbenen Haar soll an der Wurzel dunkler sein als an der Haarspitze. Der Schopf am Kopf ist lang und ebenfalls von sattem
Tan. Etwas dunkler ist das Tan an den Ohrenansätzen und am Fang (Schnauze). Auf keinen Fall darf sich das Tan des Kopfes
über den Nacken hinaus ausdehnen, auch darf sich kein dunkles, rußiges Haar mit dem Tan vermischen. Das schattierte
Tan sollte sich auch nie höher als bis zum Ellenbogen oder Kniegelenk ausdehnen.
Nach dem Standard ist wolliges Haar ein gravierender Fehler. Das Haar wirkt stumpf und oft sehr bräunlich. Wolliges Haar
ist auch durch unverhältnismäßige Üppigkeit zu erkennen.